archiv

2009 : 2008 : 2007 : 2006 : 2005 : 2004 : 2003 : 2002 : 2001 : 2000 : 1999 : 1998 : 1997 : 1996 : 1995 : 1994

Krudas, Sandra Boero-Imwinkelried, Kuba 2006, 29 min.

Krudas beschreibt den Alltag und die Arbeit eines lesbischen Paars unterschiedlicher Hautfarbe in Cuba, das als Hip Hop Duo “Krudas”, sowie als eine Straßenperformance-Gruppe namens “Tropazancos” auftritt.

“Krudas” haben ihre Hip Hop Gruppe 1999 gestartet. Mittlerweile sind sie die beliebteste weibliche Musikformation der alternativen Musikszene in Cuba. Sie setzen sich u.a. mit den Themen weibliche Emanzipation, Lesbenrechte, weibliche Solidarisierung und Rassismus auseinander. Ihre gesamte Arbeit ist stark durch Feminismus und ihren afrikanischen Wurzeln beeinflusst.

Die Dokumentation wurde von einer weiblichen Filmcrew aus Argentinien, Cuba, Wales und Frankreich zusammen erstellt.

“Krudas” sehen Sprache selbst als Wurzel für weibliche Exklusion. In ihren Songs unternehmen sie daher den Versuch, Semantik und Syntax umzukehren. Sie fordern Männer zum Dialog auf, wobei sie jegliche Art von hierarchier Beziehung ablehen. “Krudas” betonen die Verwendung der ersten Person – wir hören die Wiederholung der ersten Person “I” (“yo”), manchmal gefolgt von ihren Namen um den Diskurs zu personalisieren. “Krudas” erste Person geht über die autobiografische Erzählung hinaus; ihr “I” ist ein Versuch, eine doppelte Subjektivität zu formulieren, das was die Philosophin Luce Irigaray als “I-she” (“Je-elle”) und “I-he” (“Je-il”) bezeichnet.

Neben ihrem Hip Hop Duo und der Straßenperformance-Gruppe “Tropazancos” haben “Krudas” das Female Hip Hip Netzwerk “Omega” organisiert, um Frauen aus der Hip Hop- und alternative-Szene zusammenzubringen. Ziel von “Omega” ist, Kräfte zu vereinigen um größere Projekte realisieren zu können, zum Beispiel kollektive Frauenperformances, Aufnahmen und Workshops.


zurück zu Lost & Found