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LOST & FOUND
Von Verlusten und Strategien der kulturellen Selbstermächtigung

Eröffnung: 11. Mai 2007, 19.00
Ausstellungsdaten: 12. Mai - 15. Juli

©"FRAU BERLIN TITTS", Sabine Reinfeld
Performance 2006, Künstlerhaus Stuttgart
Foto: Marijan Murat

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"Lost & Found" ist eine Ausstellung über Pop. Es ist eine Ausstellung darüber, wie Künstlerinnen und Künstler mit einem Gegenstand umgehen, bei dem die Grenze zwischen Aneignung und Verneinnahmung schnell verwischen. "Lost & Found" handelt von bitter beklagten Verlusten und freudig geteilten Entdeckungen. "Lost" - das bedeutet den Verlust von Widerspenstigkeit und von glamouröser Überschreitung. Beides scheint nur noch wehmütige Erinnerung, seit Pop an den Alltag verloren ging. "Found" - das sind die emanzipative Umcodierung und die begeisterte Verbreitung von popkulturellen Fragmenten. Sie kommen aus aller Welt und halten für alle etwas bereit.

Der schwindenden Definitionsmacht von Musik-, Film- und KulturredakteurInnen über das, was gut, neu, subversiv, progressiv usw. ist, stehen diversifizierte Verbreitungskanäle wie Tauschbörsen, Weblogs und Podcasts, etc. gegenüber. Wir, die wir früher fleissig Mixtapes aufgenommen und darüber auch Meinungen ausgetauscht haben und die diese Themen nach wie vor relevant finden, tauschen heute Daten hin und her, was uns für kurze Zeit mit den Leuten die diese Daten mit uns tauschen, verbindet. Aber teilen wir mit ihnen, den Unbekannten, nur noch die Daten oder auch politische Vorstellungen? Ausgehend davon fragen wir: Wo lässt sich heute die Politisierung eines Individuums über die Rezeption als auch die Produktion festmachen? Wo lässt sich ein antihegemonialer Lebens- und/oder Genderentwurf und wo lassen sich feministische Anliegen in kulturellen Produktionen verorten?

"Lost & Found" richtet den Blick bewusst unnostalgisch darauf, wie kulturelle Produktionen aktiv rezipiert werden und darauf, was aktuelle Möglichkeiten der kulturellen Selbstermächtigung sind. Die KonsumentIn als KulturproduzentIn eröffnet einen produktiven Raum, in dem mit subjektivem Blick Popwerke wiederentdeckt und feministisch - queer (um)interpretiert werden. Dabei geht es auch darum eine alternative Geschichtsschreibung und popfeministische Netzwerke in das kulturelle Gedächtnis einzuschreiben.


KÜNSTLERINNEN
Pauline Boudry, Anna McCarthy, Discoteca Flaming Star & François Boué, Luke Fowler & Kosten Koper, Stella Glitter, Melissa Gordon, Grrrl Zine Network [Elke Zobl & Haydeé Jiménez], Annette Kelm, Jutta Koether, Didi Neidhart, Sabine Reinfeld, Aurora Reinhard, Dimitrina Sevova, Andrea Thal, The Riot Project, Anne-Käthi Wehrli, Woman in Punk Archive [Nicole Emenegger]

KONZEPTION
Alice Cantaluppi, Isabel Reiss, Anna Voswinckel

ORGANISATION
Alice Cantaluppi, Isabel Reiss, Anna Voswinckel, Shedhalle-Team

FÜHRUNGEN
nach Vereinbarung unter: lostandfound@shedhalle.ch

WEITERE BEITRÄGE
Interviews zu Musiksammlungen, Rampenfiber Filmprogramm, Dokumentarfilme: Don’t need You: The Herstory of Riot Grrrl, Counting Headz - South Afrika’s Sistaz in Hip Hop, Krudas, Queens of Sound, Musikvideoclips

KÜNSTLERISCHE BEITRÄGE
[A street angel with a cowboy mouth - Pauline Boudry]
[The cutting brink - Anna McCarthy]
[Discoteca Guitarrera Funkstorm - Discoteca Flaming Star & François Boué]
[The Way Out - Luke Fowler & Kosten Koper]
[The golden sixpack – Jukebox live von und mit Stella Glitter]
[Genealogies und Duchess of Malfi - Melissa Gordon]
[Grrrl Zine Network – Elke Zobl & Haydeé Jiménez]
[Annette Kelm]
[Entorurage - Jutta Koether]
[POESIE-ALBEN (Der Wust, Pt.1) - Didi Neidhart]
[Madame Banlieue - Frau Vorstadt / Frau Tiergarten - Sabine Reinfeld]
[Tiger Tom Singing - Aurora Reinhard]
[Unbeschreiblich weiblich - Dimitrina Sevova]
[Godzilla - Andrea Thal]
[The Riot Project – Anne-Marie Payne und Passenger Books]
[Anne Käthi Wehrli]
[Woman in Punk Archive - Nicole Emmenegger]

Melissa Gordon, "Dear Donna", Malerei, 180x160 cm
Aus der Serie "Genealogies Part I+II", 2006

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Weitere Beiträge:
[Interviews zu Musiksammlungen]
[Rampenfiber Filmprogram]
[Counting Headz - South Afrika’s Sistaz in Hip Hop, Vusi Magubane and Erin Offer]
[Don’t need You: The Herstory of Riot Grrrl, Kerry Koch]
[Krudas, Sandra Boero-Imwinkelried]
[Queens of Sound, Sandra Krampelhuber]
[Musikvideclips]