archivausstellungen und veranstaltungen

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VERANSTALTUNG 2003

Begleitprogramm
2003-09-07 13:00

Ausstellung zur Veranstaltung
Alltag und Vergessen - Argentinien 1976/2003

13 Uhr, Die schweizerisch-argentinische Fluchtlinie
Vortrag und Diskussion mit Frank Garbely, Genf
Der Genfer Journalist enthüllt in seinem aufsehenerregenden Buch " Evitas Geheimnis. Die Europareise der Evita Peron, Rotpunktverlag 2002) die Verbindungen des historischen Peronismus mit dem deutschen Nationalsozialismus. Als Drehscheibe für die Verschiebung von Raubgeldern und die Tarnung untergetauchter Nazis diente nach 1945 die Schweiz. Garbelys Buch wird derzeit ins Spanische übersetzt und erscheint demnächst auch in Argentinien.

15 Uhr, Auf der Landstrasse und im Viertel: Autonome Widerstandsformen der Piqueteros in Argentinien
Vortrag und Diskussion mit Maristella Svampa, Buenos Aires
Seit 1996 sind die Piqueteros, die organisierten Arbeitslosen, eine der herausragenden sozialen Kräfte Argentiniens. Nach den neoliberalen neunziger Jahren gelten über fünfzig Prozent der argentinischen Bevölkerung als marginalisiert. Dabei ist das potentiell reiche Argentinien immer noch die Gesellschaft mit dem breitesten Mittelstand in Südamerika. Gegen Ausschluss und Verarmung schufen die verschiedenen Strömungen der Piqueteros eine neue Idendität zwischen Beschäftigten und Beschäftigungslosen. Sie waren auch massgeblich an der Revolte vom Dezember 2001 beteiligt.

Maristella Svampa ist Stadtsoziologin und hat soeben mit Sebastián Pereyra das Buch "Entre la ruta y el barrio: la experiencia de las organizaciones piqueteras” bei Biblos in Buenos Aires veröffentlicht.

17 Uhr, Alltag und Vergessen. Diktatur und Demokratie in Südamerika
Vortrag und Diskussion mit Luis Sepúlveda, Gijon (N.N.)
1976 putschten in Argentinien die Militärs. Die Jahre zuvor waren geprägt von heftigen Zusammenstössen zwischen Links- und Rechtsperonisten. In anderen südamerikanischen Staaten tobte ebenfalls die Auseinandersetzung zwischen den Anhängern einer sozialistischen und denen einer wirtschaftsliberalen Gesellschaftsordnung. Drei Jahre vor den argentinischen hatten sich am 11.9.1973 bereits die chilenischen Militärs unter General Pinochet erhoben.

In seinen Romanen schreibt der chilenische Schriftsteller Luis Sepúlveda über Biographien, die von Haft, Folter, Flucht und Vertreibung geprägt sind.
Luis Sepúlveda lebte zunächst im Exil in Hamburg, heute im nordspanischen Gijon. International bekannt wurde er unter anderen durch die Romane "Patagonienexpress" und "Der Alte, der Liebesromane las".

20 Uhr, Filmvorführung: Invasion (Hugo Santiago, Argentinien 1969)
Bei schönem Wetter argentinischer Grill im Freien.

Dieses Programm wird veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Konzeptbüro der Roten Fabrik.