archivausstellungen

2009 : 2008 : 2007 : 2006 : 2005 : 2004 : 2003 : 2002 : 2001 : 2000 : 1999 : 1998 : 1997 : 1996 : 1995 : 1994

AUSSTELLUNG 1998

"There is no business like business"
vom 1998-04-18 bis 1998-06-21

Eröffnung: 1998-04-17

Popmusik und Oekonomie

In kaum einer Branche wird die ökonomische Struktur, die "hässliche Seite" eines Industriezweigs, so von dem Glamour und dem Ruhm ihrer Stars verdeckt wie in der Popmusik. Die Frage nach den wirtschaftlichen Verhältnissen kommt einer Entzauberung gleich. Verklärte Vorstellungen über die Popkultur und ihren immensen Unterhaltungswert haben die Sicht auf die ökonomische Basis der Musikindustrie vielfach verstellt. eine Industrie, die nicht nur die Produktion und Distribution von Tonträgern in ihren Händen hält, sondern die Images der MusikerInnen entwirft, Einfluss auf die Form ihrer Produkte nimmt, Popmusiktrends setzt und nicht zuletzt Fanidentitäten mitkonstituiert. Wunschdenken und Fetischismen kennzeichnen trotz wachsender Zahl kritischer Publikationen noch heute weitgehend den Diskurs der Popmusik. Das Projekt "There is no business like business" will die trügerischen Fiktionen über Popmusik aufgeben uns sich in seiner Präsentation den gegenwärtig existierenden Strukturen, Mechanismen und Kämpfen dieses soziokulturellen Phänomens annähern. Verschiedene Verschiebungen sind in den letzten Jahren zu beobachten; sie reichen von der Diversifizierung und Internationalisierung des Marktes bis zur Deregulierung der Arbeitsbedingungen. Ziel von "There is no business like business" ist es, die wirtschaftlichen Grundlagen der Popmusik zu hinterfragen, die Veränderungen der Produktionsbedingungen im Zeitalter des Postfordismus zu untersuchen und praktische Ueberlegungen zu treffen, welche Möglichkeiten es (auch in der Schweiz) gibt, sich gegen repressive Entwicklungen zu wehren und andere Labels, Vertriebsstrukturen oder Medien zu nutzen.

Konzept: Agnes Bieber, Justin Hoffmann, Anita Rufer

Organisation: Shedhalle-Team

KünstlerInnen: Stinni Arn/Nicoletta Wartmann, Martin Beck, Regula Burri, Tong-H Choi, Foxy Dammey/Schorsch Kamerun, Michael Hauffen, Sabotage Communications, Zündfunk "Musikgeschäft"