archivausstellungen

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AUSSTELLUNG 1996

erotisch, aber indiskret
vom 1996-05-02 bis 1996-06-01

Eröffnung: 1996-05-02 00:00

Feminismus - Kunst – Pornographie

Die Veranstaltungsreihe in Zürich stellte eine Anzahl von Events und Aktionen als Antworten auf die Zensur der Arbeiten von Ellen Cantor im November 1995 im Helmhaus Zürich dar. es ging in erster Instanz darum, die verhinderte Diskussion um die Themenkreise Feminismus, Kunst, Pornographie nachträglich, dafür auf möglichst breiter und grundsätzlicher Ebene in verschiedenen Häusern in Zürich, u.a. auch in der Shedhalle zu führen und zwar sowohl in feministischen Kreisen, als auch in Kunstkreisen, und im besten Fall auch innerhalb und mit kommerziellen Pornolokalen und -vertrieben.

Die Konnotationen des weiblichen Körpers und dessen Sexualität stehen in einem geladenen Spannungsfeld historischer, symbolischer und ökonomischer Dimensionen. Die vorgestellten theoretischen und künstlerischen Arbeiten bewegen sich eingehend und spezifisch innerhalb dieses Feldes, vom Ausloten bis hin zum selbstbestimmten In-Besitz-Nehmen-Lassen.

Das Projekt versammelte theoretische und künstlerische Arbeiten von Frauen mit explizit sexueller und pornographischer Thematik und befragte damit die Bedingungen wie auch die Folgen, von Diskretion als einer der gefragtesten Eigenschaften, sowohl im Bereich des Sexuellen, als auch im Bereich des Künstlerischen, und im kommerziellen genauso wie im politischen.

Unsere Ausgangshypothese ging davon aus, dass eine anti-pornographische Haltung das sexuelle Potential von Frauen negiert, jegliche weiterführende, offene Auseinandersetzung verhindert und sowohl grundsätzlich, als auch paradigmatisch, die künstlerische Arbeit von Frauen diskreditiert und entmündigt. Die Veranstaltungsreihe insistierte und konzentrierte sich daher auf die konkrete Visualisierung und damit auf eine indikrete Sichtbarmachung weiblicher Sexualität aus eigener Sicht. Entsprechend wurde die Auseinandersetzung mit dem Thema auch seitens des im allgemeinen zahlreichen und heterogenen Publikums auf allen Ebenen geführt und schuf so Enttäuschungen, Ekel, Aggressionen, Ueberdruss, genauso wie Einblicke, Erkenntnisse, Lust, Erleuchtungen und Ueberraschungen.

Konzept: Sabina Baumann, Christina della Giustina, Lilian Räber

Organisation: Shedhalle-Team